Zeit für Yoga habe ich mir am letzten Wochenende genommen und ein Wochenendseminar der Kasseler Yogaschule Satya Yoga besucht. Das Seminar fand im Alten Forsthaus Germerode in naturnaher und schöner Umgebung des Hohen Meißners in Hessen statt. Am Freitag abend um 18h ging es los mit einer Vorstellungsrunde und gemeinsamen Abendessen. Um die 30 Teilnehmer, wie sich herausstellte hauptsächlich Yogalehrer(innen) oder angehende Yogalehrer(innen), fanden sich zusammen um intensiv Yoga zu praktizieren und in Workshops Neues zu Lernen oder Wissen aufzufrischen und sich einfach Zeit für Yoga zu nehmen.

Ich bin komplett allein angereist und kannte auch niemanden, fand aber sehr schnell Anschluss zu Gleichgesinnten und hatte eine sehr nette Zimmergenossin aus dem hohen Norden.

Das Abendprogramm begann mit einer Kundalinimediation mit Schütteln, (wildem) Tanzen und anschliessend Meditation im Liegen, was eine schöne Einstimmung war und ausserdem ein “Abschütteln” des Alltags aus dem wir alle kamen.

Ins Bett ging es dann recht früh, denn das Seminar war was für Frühaufsteher: Um 7h morgens ging es pünktlich los mit einer 30min. Meditation im Sitzen. Dazu muss ich sagen, dass ich bisher nicht der große Meditierer war und dieser Programmpunkt schon eine ziemliche Herausforderung für mich darstellte. Aber es ging gut und man wächst ja auch an den Herausforderungen. Bis auf einen eingeschlafenen Fuß empfand ich es als angenehm. Anschliessend teilten wir uns in 2  Gruppen um 1,5 Std. Yoga zu machen. Die Yogastunde bei Ruth fand ich sehr sanft und angenehm mit sehr präzisen Anweisungen und sehr langsam aber intensiv ausgeführten Asanas.

Nach ordentlichem Frühstück (mein Trick um das Prana nicht im Bett liegen zu lassen war vor der Meditation noch eine Banane zu essen – sonst hätte ich das nicht durchgehalten) und kurzer Pause ging es weiter mit dem ersten Workshop. Hier musste man sich zwischen 2 Workshops entscheiden. Meine Wahl fiel auf den Workshop “Erwecke deine Lebensenergie” bei Ruth, der mir sehr gut gefallen hat und wir auch neben etwas Theorie ein paar interessante Asanas geübt haben (ich überlege über diesen 2,5Std. Workshop noch einen eigenen Blogartikel zu verfassen).

Grandioses Mittagessen (Indonesische Reistafel) – insgesamt sei zum Seminarhaus gesagt, dass ich kaum ein besseres erlebt habe: Schöne Doppelzimmer mit eigener Du./WC und vor allem – richtig gutes Essen! Mein Motto ist  ja auch “Essen gut, alles gut”. Das Essen war durchweg vegetarisch, was mir als halbem Vegie auch sehr recht war, denn man musste nicht schauen welche Beilagen man zu Essen bekommt.

Nach dem Mittagessen hatten wir erst einmal etwas Freizeit und ich war kurz am überlegen mich kurz auf Ohr zu hauen, aber das Wetter war so schön, so dass ich mit 2 netten Teilnehmerinnen eine gute Stunde bei interessanten Gesprächen durch die schöne Landschaft am hohen Meißner rumgelaufen bin. Hat sich definitiv mehr gelohnt als schlafen.

Nach etwas Apfelkuchen & Kaffee ging es dann mit dem Nachmittagsworkshop weiter: Vinyasa Yoga mit Claudia. Dieser Workshop war auch mit ein Grund, warum ich mich zu diesem Wochenende angemeldet hatte. Es war nach dem bereits langen Tag echt anstrengend, aber hat sich richtig gelohnt & richtig Spaß gemacht. Claudia fing wie bei einer normalen Hatha Yoga Stunde erst mit langsamer Mobilisation an, bevor es dann 30 min. ins Eingemachte ging und wir den Sonnengruß unterbrochen von verschiedenen Asanas fliessend durchliefen. Beim Vinyasa (und Power, Jivamukti..) sind die vielen Yogaliegestütze und heraufschauende Hunde echt herausfordernd und haben durchaus ein wenig Muskelkater in meinen Schultern und im Rücken verursacht. Auch diese Yogastunde dauerte ca. 2,5 Std., schloss aber wieder mit entspannenden Asanas & Schlussentspannung ab. Und ich habe wieder festgestellt, dass die dynamischen Stile mein Ding sind. Möchte ich gern vertiefen und hoffe auf ein Seminar bei Claudia in Kassel in naher Zukunft.

Das Abendessen war wieder sehr lecker und nach kurzer Pause war um 20.30h wieder Abendprogramm angesagt. Vorher wusste auch kein Teilnehmer womit Birgit & Traugott uns überraschen würden. Traugott wurde dann zum DJ und forderte alle zum Tanzen auf. Neben fetziger Yogamusik tanzten wir zu Diskoklassikern und es ging auch eine Polonese durch den Raum. Wie vorher angekündigt wurde die Musik dann irgendwann ausgemacht und wir versanken wieder in Meditation bevor wir dann 30 min. ein Mantra (Sa Re Sa Sa) sangen. Dies war auch komplett neu für mich und definitiv eine Erfahrung.

Am Samstag abend ging es für mich früh ins Bett. So viel Input will erst einmal verarbeitet werden und am Sonntag morgen stand der Wecker wieder auf 6.30h um um 07h bereit zur Meditation zu sein.

Die Meditation am Sonntag morgen fiel mir schwerer als am Samstag. Meine Nase lief und ich konnte keine rechte Ruhe finden. Ausserdem war ich das lange Sitzen auf dem Boden nicht so gewöhnt. Die anschliessende Yogastunde bei Traugott war echt gut. Er liess die Asanas recht lange halten, was auch sehr herausfordernd war mit gewissem Muselkater. Viele Asanas sagte er dann aus dem Sonnengrußflow heraus an, was mir gut gefällt. Alles in allem eine echt gute Yogastunde mit präzisen Anweisungen und recht langem Halten der Asanas.

Nach dem Frühstück nahm ich am Workshop “Yoga und Gefühle” bei Birgit teil. Dies war ein rein theoretischer Workshop mit einem spannenden Thema, das sicher alle Teilnehmer irgendwie berührt hat. Es ging um Gefühle an sich, den Yoga-Weg, vor allem auch um Wut und wie man damit umgehen kann, indem man sich mit diesem Gefühl auseinandersetzt und es für sich annimmt. Ein hochinteressantes Thema und jeder Teilnehmer wird sicher beim nächsten fluchenden Autofahren an Birgit und ihre Worte denken.

Gemeinsames Abschiedsrunde,  leckeres Mittagessen, allgemeine Verabschiedung und Fahrt nach Hause. Es war ein wirklich bereicherndes Wochenende und mein Dank geht an das engagierte Satya Yoga Team, die alle in ihrer Individualität Aspekte des Yoga vermitteln und mit viel Herz dabei sind. Namaste.

Leave a Reply

?>