“Erwecke deine Lebensenergie” war der Titel des einen Workshops, den ich vorletztes Wochenende mitgemacht habe. Der Workshop bestand aus einem theoretischen Teil und praktischen Asanas teilweise mit Partnerübungen.

Yoga ist erst einmal ein Weg zu sich selber. Wir verbinden uns mit unserem Atem – Prana, der Lebensenergie. Beim Yoga geht es darum einen Ausgleich zu schaffen: Hatha Yoga bedeutet die Einheit entgegengesetzter Energien – Sonne und Mond, männlich und weiblich, oben und unten. Yoga ist Integration und die Herausforderung beim Yoga für einen selber ist die Integration auch von solchen Dingen, die man nicht so gut kann, oder nicht so sehr mag. Es geht darum sich etwas stellen um damit und daran zu wachsen.

Patanjalis 8-gliedriger Pfad lehrt über die Yama und Nyamas (Soziales Verhalten gegenüber anderen und sich selber), an 3. Stelle kommen erst die Asanas. Für mentales Wohlbefinden sorgen Pranayama, Pratyahara und Dharana , Dhyana und Samadhi.

Beim Yoga geht es darum sich Herausforderungen auf allen Ebenen zu stellen um aus alten Mustern auszubrechen und an diesem Prozess zu wachsen. Es geht darum für sich selber neue förderliche Muster zu erarbeiten: “Öffne dein Herz und sei neugierig wie ein Kind!”

In der Asanapraxis ist es wichtig, dass jede Asana fest und stabil und gleichzeitig bequem und ausgeglichen ist. Der Atem ist dabei Merkmal und Feedback. Was kann der Atem an Informationen transportieren? Wenn man auf seinen Atem achtet, kann er einem viel Aussagen – fließt der Atem tief und entspannt oder stockt einem der Atem?

Wenn wir durch Yogapraxis Energie produzieren, muss man sich auch fragen wohin mit der ganzen Energie. Diese Frage sollte man für sich im Hinterkopf behalten und sich immer fragen was man jetzt gerade mit dieser Energie verstärken möchte und wo man sie hin senden möchte.

Der Praxisteil begann mit Ujayi-Atmung und dem Sonnengruß mit Ujayi-Atmung. Darauf folgte eine Partnerübung einer Umkehrhaltung an der Wand. Wir begannen im 4-Füßlerstand, die Fersen an der Wand. Der Partner drückt unterstützend zwischen die Schulterblätter während der andere  mit den Füßen die Wand hochgeht bis man im rechten Winkel angekommen ist. Die nächtse Partnerübung war der nach unten schauende Hund, während der helfende Partner von vorn  zwischen die Schulterblätter bzw. gegen das Becken drückt. Das ganze wurde noch gesteigert indem der Partner aus dem Vierfüsslerstand mit den Füssen auf das Becken des Partners im nach unten schauenden Hund ging.

Abschliessend ging es um eine Visualisierungsübung im Sitz mit gekreuzten Beinen. Wir “ummalten” unseren sitzenden Körper von oben über die rechte Seite und von den Füßen wieder über die linke Seite mit zum Scheitel mit einer goldenen Linie. Diese goldene Linie stellt eine Abgrenzung zur äusseren Welt dar und diese Übung kann sehr hilfreich sein um seine eigene Persönlichkeit aus einer Situation “herauszunehmen” und sich abzugrenzen.

Eine weitere Pranayamaübung war die Hirschatmung: Einatmen – Atem halten und den Beckenboden 7 mal an- und entspannen – Ausatmen (im eigenem Rhythmus wiederholen).

Zum Schluss des Workshops folgte eine interessante Gruppenübung: Nacheinander stand jeweils eine Person mit verbundenen Augen in der Mitte, während alle anderen die Person umkreisten und ihr nette und positive Sätze zuflüstertern, die die Person beschreiben und ausmachen. Ein unglaubliches Gefühl wenn man in der Mitte steht! Und man geht mit einem neuen Selbstbewusstsein aus der Übung.

Fazit: Ein äusserst interessanter Workshop mit für mich vielen neuen Aspekten was sowohl Theorie als auch Praxis anbelangt. Ich habe viel daraus mitgenommen und bin sehr froh mich damit auseinandergesetzt zu haben.

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