Einen interessanten Aufruf zu einer Blogparade hat Yogatraumreise.de gestartet und ich möchte das Thema hier gern aufgreifen & meine persönliche Meinung dazu kundtun.

Spiritualität ist ein sehr persönliches Thema, das man definitiv nicht pauschalisieren kann, viele Faktoren im eigenen Leben, der eigenen Erfahrung und auch Religiösität spielen eine Rolle.

Yoga ist keine Religion, aber eine Philosophie. Religion bedeutet “an etwas zu glauben”, Philosophie “über etwas nachzudenken”.

Aber was ist dann Spiritulität?

Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘ – wie altgr. ψύχω bzw. ψυχή, siehe Psyche) bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht dann auch immer für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiritualit%C3%A4t )

Spiritualität spielt im Yoga definitiv eine Rolle, und das unterscheidet Yoga vom Sport.

Sehr persönlicher Natur ist dann ob man eher Spiritualität und Philosophie oder Spiritualität und Religiösität synonym setzt (wobei sich dieses auch überschneiden kann und nicht ausschliessen muss).

An anderen Stellen habe ich schon beschrieben, dass ich eher von der “sportlichen” Seite her auf Yoga gekommen bin. Jetzt durch die Yogalehrerausbildung wird die philosophische und auch spirituelle Seite immer wichtiger.

Bis vor kurzem habe ich versucht meine eigene Spiritualität und meinen Glauben vom Yoga zu trennen, da ich persönlich keine Freund des Eklektizismus bin & auch vielen esoterischen Strömungen extrem skeptisch gegenüberstehe. Dann zucke ich auch zurück, wenn “Chakren gechannelt” und “Heilung durch Engel” versprochen wird.

Yoga und auch Asatru leben durch eigene Erfahrungen. Wichtig ist mir, dass es keine Dogmen und keine Missionierung gibt. Ich bin in dieser Beziehung sehr freigeistig, aber auch akademisch.

Genau das versuche ich auch als angehende Yogalehrerin zu vermitteln: Alles kann, nichts muss.

Ich versuche mich auf wissenschaftlicher Seite der Theorie & Philosophie zu nähern, und auf persönlicher und spiritueller Ebene meine eigenen Erfahrungen zu machen, die aber für andere Menschen keine Allgemeingültigkeit besitzen.

Wichtig ist es als Person/Yogalehrer authentisch zu bleiben und in gewissem Maße ist man auch ein “Dienstleister”. Die meisten Yogaschüler kommen nicht wegen der spirituellen Seite zum Yoga, sondern wegen Rückenschmerzen, Stress oder weil Yoga gerade “hip” ist. Ich gebe eine Anleitung den Körper fitter zu machen, Stress zu reduzieren und biete Entspannung. Yoga wirkt ganzheitlich & wer dabei bleibt wird vielleicht auch für philosophische & spirituelle Themen sensibler. Dabei gebe ich die Richtung nicht vor, sondern jeder Einzelne muss seine eigenen Erfahrungen machen. Ich kann nur die “Werkzeuge” dazu bieten.

Auch ich mache selbst noch eigene Annäherungsversuche und Erfahrungen mit Mantren, Gesang und Mudras und der Yogaphilosphie (Patanjali). Das was mir gefällt & gut tut übernehme ich in meinen Unterricht. Dabei kommt es aber auch auf den äusseren Rahmen an. Ein Yogakurs im Fitnessstudio hat einen anderen Rahmen als eine Fortgeschrittengruppe im Yogastudio. Da ich einen offenen Kurs im Fitnessstudio unterrichte, spielen Elemente eine Rolle, manchmal kommt es auch darauf an, wer gerade da ist. Ich setzte Mudras ein und singe auch “OM” zum Abschluss jeder Klasse. Chakren & Philosophische Texte spielen derzeit in meinem Unterricht (noch) keine Rolle, das kann sich natürlich (mit meiner eigenen Erfahrung) auch noch ändern, hängt aber auch vom o.g. Rahmen ab. Derzeit bin ich dabei immer mehr Affirmationen zu lernen & in meinen Unterricht einzubauen, was auch sehr gut ankommt. Dies unterscheidet Yoga auch vom Sport.

Wichtig ist mir auch Transparenz und Wissen, ich erzähle den Teilnehmern gern wofür eine bestimmte Übung gut ist oder was etwas bestimmtes bedeutet (z.B. OM).

In der historischen Entwicklung haben sich der als Hauptrichtungen der “religöse Yoga” (Bhagavad Gita), der “klassisch-philosophische Yoga” (Patanjali) und der “Hatha Yoga” herausgebildet. Fliessende Übergänge und Überschneidungen machen Yoga aus. Wir sprechen hier über Hatha Yoga und seine Richtungen.

Ob es Yogastile  gibt die mehr oder weniger Spirituell sind kann man auch nicht pauschal beantworten. Vieles hängt vom Lehrer ab, von seinem Wissen, seinen Erfahrungen und Überzeugungen. Ich habe schon unterschiedlichste  Yogalehrer erlebt und möchte diese Erfahrungen nicht missen, da man unterschiedlichste Facetten im Yoga kennenlernt und ich hab von jedem etwas für mich mitgenommen, was mich in meiner Persönlichkeit weiterbringt und ich auch an meine Schüler weitergeben kann.

Mein Fazit: Es geht um persönliche Erfahrung, die jeder selber machen muss, wichtig ist, in Balance zu kommen & zu bleiben und immer sich selber treu und authentisch zu bleiben. Yoga ist dabei ein lebenslanger Weg und meiner Meinung nach lernt man nie aus. Einige Dinge muss man geschehen lassen, man darf nichts erzwingen, Loslassen hilft am Besten.

Yoga muss nicht spirituell sein, aber es kann, wann man es zulässt und sich darauf einlässt. Yoga “funktioniert” auch ohne den “spirituellen Überbau”, aber es macht einen mit der Zeit & Praxis feinfühliger für alle Bereiche. Yoga ist ein ganzheitliches Konzept, es geht um Einung, daher sollte man Geist & Seele nicht abgetrennt vom Körper betrachten.

Sei neugierig & offen! Lerne durch Yoga Achtsamkeit & Bewusstheit, höre in dich hinein, dann wird sich alles finden!

2 Responses to “Muss Yoga spirituell sein?”

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