Gerade in der ziemlich unbesinnlichen Weihnachtszeit verfallen wir gern dem Konsumrausch, kaufen schöne und nicht so schöne Geschenke für die Lieben oder geraten nur bei dem Gedanken an die noch ungekauften Geschenke in Hektik und Panik. Wunderbar ist es, wenn Geschenke von Herzen kommen, doch gerade zu Weihnachten kaufen wir häufig auch aus Ideenlosigkeit oder aus Prestigegründen Geschenke, weil es zu Weihnachten Geschenke geben muss. Und ja, auch ich ertappe mich dabei, gerade bei den Yamas (Nach Patanjalis Yoga Sutras Regeln zum Umgang mit seiner Umwelt) Bachmacharya (Maßhalten) und Aparigraha (Nicht Horten), nicht yogisch Maß zu halten und ständig tolle neue Sachen anzuhäufen. Wobei man meiner Meinung nach die Yoga Sutras auch nicht als dogmatisch in Stein gehauene Regeln befolgen muss. Aber Yoga ist ein Weg um aus alten Mustern auszubrechen um glücklicher zu werden. Und man kann sich einmal Gedanken darüber machen. Diese Selbstreflektion ist schon ein guter erster Schritt. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Ich muss zugeben, ich kaufe gern schöne Dinge und kann mich auch schwer von Dingen trennen. Gerade auch auf dem bunten großen Yogamarkt gibt es ständig neue tolle glitzernde Dinge, die man als Yogi einfach haben muss, wobei genau dies eigentlich der Yogaphilosophie widerspricht. Es spricht sicherlich nichts dagegen sich hier und da einmal was zu gönnen oder sich beschenken zu lassen, aber wir (ich) sollten uns Gedanken um unseren Konsum machen. Brauche ich Ding XYZ wirklich? Wie wurde es produziert (Stichworte Bio und vor allen Dingen Fair)?
Und bevor man Neues kauft sollte man im Idealfall das bereits Gejagte und zu Hause ordentlich gehortete mal durchsortieren und sich durchaus Trennen (Stichwort Loslassen, Ballast abgeben). Ich gebe zu, dies fällt mir wirklich schwer, aber ich mache mir darüber Gedanken und möchte diese Themen in Angriff nehmen, wenn die Zeit dafür kommt.
Zurück zu den Weihnachtsgeschenken. Ich liebe es kreativ und von Herzen zu schenken, bin jetzt aber selber nicht so sehr bastelbegabt. Um mich herum habe ich viele, die alles haben, so dass ich am Liebsten immaterielle Geschenke verschenke. Letztes Jahr habe ich für meine Eltern einen Mikrokredit bei Kiva gespendet. Mein Mann hat eine Segwaytour in Marburg geschenkt bekommen, an der wir beide einen tollen sonnigen Vormittag lang wirklich Spaß hatten.
Auch bezogen auf die Asanapraxis ist es manchmal gar nicht schlecht einen Gang zurück zu schalten. Nicht immer höher und weiter hinaus zu wollen. Sondern in sich hinein zu hören. Zur Ruhe kommen. Das Annehmen was vorhanden ist. Weniger wollen wollen.
Nach meiner übereifrigen Rückbeuge heute kann ich dir nur zustimmen
Erfreulicherweise scheinen einige Unternehmen langsam zu verstehen, dass die Yamas auch im Rahmen unserer heutigen Zeit schaffbar sind. Vorzeigebeispiel ist hier sicherlich Patagonia mit ihrer “Don’t buy this jacket!”-Aktion: http://www.greenspy.de/patagonia-dont-buy-this-jacket-common-thread/566/