Meine Woche Frühjahrsurlaub wurde mit einem ca. 5 Std. Adjustment Workshop im Barfusstempel bei Lars in Kassel eingeläutet. In meiner Ausbildung sind Korrekturen und Adjustments (die Übenden tiefer in die Asanas hineinbringen) immer wieder Thema, im Vinyasa Yoga stehen sie noch mehr im Vordergrund und können sehr körpernah sein. Für den angehenden Yogalehrer sind solche Workshops dann ein willkommener Spielplatz um bereits Gelerntes zu wiederholen und zu vertiefen sowie neue Gedanken und Ideen aufzuschnappen und mit zu nehmen. Jeder Lehrer bringt auch immer wieder neue Aspekte mit sich, was ich wahnsinnig spannend finde. Nach einem knackigen Aufwärmprogramm mit Sonnengrüßen und Variationen (ich hatte fast vergessen wie anstrengend Vinyasa Yoga sein kann), ging es dann im ersten Teil um stehende Asanas, später um Vor- und Rückbeugen. Wir sind die Asanas nacheinander durchgegangen, erst von Lars vorgestellt, dann in 2-3er Grüppchen ausprobiert. Gerade in Workshops geht man wieder mit einem anderen Aspekt an die Asanas dran, erinnert sich an Einzelheiten und lernt neue dazu. Ich habe recht viel mitgenommen aus diesem lehrreichen Workshop, nicht nur, was die praktischen Adjustments angeht, sondern besonders auch noch einmal Details in den einzelnen Asanas.

Was ich aber immer wieder feststelle: 3 Yogalehrer = 4 Meinungen. Unterschiedliche Yogastile und Yogalehrer leiten manche Übungen durchaus anders an. Was mein Yogaweltbild etwas erschütterte war, dass Lars uns darauf hinwies, in Rückbeugen, besonders auch in der Kobra (Bhujangasana), die Gesäßmuskeln locker zu lassen (dafür die Beinmuskeln anzuspannen), hatte ich doch gelernt, den Po anzuspannen um den unteren Rücken zu schützen. In verschiedenen Büchern nachgeschlagen, kommt man hier auch auf unterschiedliche Ergebnisse: Inge Schöpps sagt Po loslassen, Iyengar & mein Lehrer Werner sagen anspannen, Anna Trökes enthält sich… Ich finde es sehr spannend wie facettenreich Yoga ist und auch, dass man sich so unterschiedlich ausprobieren kann. Die Wahrheit, die für einen selber gilt, ist in einem selber angelegt und wartet nur darauf erforscht zu werden durch Yoga. Die Menschen sind nicht nur anatomisch unterschiedlich, daher bin ich der Meinung, dass auch im Yogaunterricht nicht pauschalisiert werden darf. Es geht darum sich selber kennenzulernen & zu finden, Gleichgewicht, inneren Frieden oder Befreiung zu erreichen, aber man muss den Weg selber gehen.

 

P.S. Nach dem Workshop und einem ordentlichen Yoga- und Sportprogramm diese Woche + Fensterputzen habe ich einen riesigen Muskelkater!

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