Zum Geburtstag bekam ich dieses Jahr als schöne Überraschung eine Eintrittskarte zur Stuttgarter Yogaexpo, was vom Burgwald aus durchaus eine kleine Reise bedeutet. Hotel gebucht, und auch der Mann kam mit, der sich zum Tüten tragen anbot. Freitag Abend ging es dann nur ins wirklich nahegelegene Wyndham Messehotel zum Schlafen in stylischem Ambiente. Nach dem Frühstück konnte ich dann mit meiner Yogamatte direkt zur Messe laufen und das Terrain erkunden.
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Um 10.30 Uhr ging es ersteinmal zum Aufwärmen zum intense Yoga mit Stephan Suh, einem kraftvollen Vinyasa Flow. Die Yogastunde fand im Yogaspace statt, der recht mittig zwischen den Messeständen lag und zu 3 Seiten und nach oben offen war, so dass die Yogalehrer besonderen Wert auf Prathyahara, das Zurückziehen der Sinne legten, was auch bei Messegeräuschkulisse für mich geklappt hat. Ein Highlight war für mich die Anleitung zum Springen aus der Krähe in Chaturanga (für mich eher erstmal in 2 Schritten), eine Übung zum Dehnen von Nacken und Latissimus, sowie eine Partnerübung als Vorbereitung für Shavasana und die Wirbelsäule zu längen. Wirklich witzig war noch die Anleitung zum “yogischen Applaus” – ohne das sich die Handflächen berühren, nur mit Energie 😉

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Da ich nicht so viel mit mir herumschleppen wollte, entschied ich die Yogistar Travelmatte mitzunehmen, die sich den ganzen Tag auch gut transportieren liess. Yogistar gehörte zu den Hauptausstattern der Messe, so dass man gar keine eigene Matte brauchte. Komfortablerweise legte ich dann die dünne Matte auf eine Yogistar Basic, und das Hauptproblem der Matte, die nicht vorhandene Dämpfung, hatte sich erledigt. Allerdings hatte ich vergessen die Matte vorher mit etwas Spüliwasser abzuwaschen, so dass sie immer noch recht rutschig war und ich in Adho Mukha Shanasana mit den Händen ein wenig rutschte, was nicht so zuträglich war, wollte ich mich doch mehr auf meine Bandhas konzentrieren.

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In der darauf folgenden Stunde, ebenfalls im Vinyasa Stil erzählte Yogalehrerin Anke Vanessa Bek zum Flow verschiedene Geschichten aus der indischen Mythologie, bis wir ganz spielerisch (fast) in Hanumanasana landete. Diese Stunde hat mir an diesem Tag am allerbesten gefallen und mich sehr inspiriert.

Anschliessend nahm ich mir Zeit zum shoppen & fürs Mittagessen. Die Messe war sehr gut besucht und man drängelte sich fast von Stand zu Stand. Yogaausstatter boten ihre Warenzumeist zu Messepreisen feil und ich erstand 2 tolle Teile von Jaya und eine Yogapiano-CD von Andreas Loh. Ansonsten herrschte ein wenig Reizüberflutung, und einige Anbieter hatten auch nicht mehr alles in allen Größen da.

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Ein völliger Reinfall war leider das echt teure vegetarische/vegane Essen von Govinda Catering. Wahnsinnig hohe Messepreise, die ayurverdische Gemüsepfanne war schon aus und beim Chili con Soja war der Reis das Beste. Wären wir mal lieber direkt zur nebenan gelegenen Slowfood & Fair handeln-Messe gegangen. Hier gab es eine Riesenauswahl an leckeren Bioköstlichkeiten.

Die 3 .Yogastunde, die ich besuchte, widmete sich dem Thema Hüftöffnern, sehr ruhig und schön angeleitet von Christiane Klann und Birgit Hortig. Der Yogaraum 2 war bis auf den letzten Platz gefüllt und hier gab es auch keine Geräuschkulisse durch die Messe.

Zur Stärkung Zwischendurch gab es einen leckeren grünen Smoothie von Pure Raw.

IMG_0864Als letzten Programmpunkt nahm ich noch den Vortrag “Marketing und Präsentationstechniken für Yogalehrer” von Carolin Zisgen mit. Für mich wurde jetzt hier nichts Neues erzählt, hatte ich doch auch BWL als 1. Nebenfach im Studium. Allerdings kam mir diese Präsentation mehr wie eine Werbeveranstaltung vor und es wurde wiederholt auf die “Konkurrenz” von inzwischen 20.000 Yogalehrenden in Deutschland hingewiesen.

Bevor es wieder auf Heimreise ging, schoben wir uns über die wirklich interessante Slow Food & Fair handeln- Messe und erstanden noch ein paar kulinarische Köstlichkeiten & ein schickes faires T-Shirt von Eco Carrots.IMG_0865

Fazit: Es war ein toller Tag und schöne Kurzreise mit vielen neuen Inspirationen. Wenn die Expo näher wäre, würde ich sie wahrscheinlich auch wieder besuchen, aber so war es doch auch mit sehr hohen Nebenkosten (Parken, Hotel, Verpflegung auf der Messe) verbunden. Es ist toll um mal in verschiedene Sachen rund um Yoga hereinzuschnuppern, mir persönlich waren die Yogastunden mit je 45 min. eigentlich ein bisschen zu kurz (Muskelkater habe ich heute trotzdem). Und der Grat zwischen Nicht-Anhaftung und Konsum ist auf einer Messe, auf der das Verkaufen und der Konsum im Vordergrund stehen besonders für Yogis schwierig. Mit EUR 12,- Tageseintritt ist es eine echt günstige Yogaveranstaltung auf der auch viel für unterschiedlichste Geschmäcker geboten wird. Zum Vergleich: Total gern würde ich auch die Yogakonferenz in Köln besuchen, aber die ist mir mit >200,- Tag (!)  echt viel zu teuer. Nächstes Wochenende bin ich im Sauerland in Wilde Wiese zum Yogawochenende von Cool Yoga aus Dortmund. Das sind auch noch 2 Plätze frei.

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2 Responses to “Yogaexpo – zwischen Konsum & Spiritualität”

  • Gabi says:

    Hallo,

    danke für den Bericht. Ich habe es leider nicht dort hin geschafft, daher lese ich mit interesse deinen Bericht. Das Preisleistungsverhältnis mit 12 Euro ist für BW Verhältnisse echt klasse.
    Ich frage mich nur immer nach der Geräuschkulisse? Du sagst es war okay, ich kann mir das nur schlecht vorstellen. Wurde angekündigt wann die nächste Messe dieser Art in Stuttgart ist?

    Gruß

  • Yogalinus says:

    Hallo Gabi, danke für deinen Kommentar. Dadurch das alles akustisch offen war hatte man schon das Hintergrundgemurmel vieler Gespräche etc. Dies betraf aber nur den Yogaspace & nicht den Yograum 2. Die Yogalehrer waren über Mikrophon, so dass man die gut hören konnte & es wurde auch Musik gespielt. Wann die nächste Yogaexpo stattfindet weiß ich nicht, ich gehe davon aus, dass sie vllt. wieder in einem Jahr stattfinden wird.

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