Die Yogalehrerausbildung ist vorbei und nun kommt die Workshop- & Yogakonferenzphase. Zwei frischgebackene Yogalehrerinnen zogen am letzten Freitag von Marburg nach Wiesbaden um ins Ashtangayoga zu schnuppern und den Unterricht des bekannten Ashtangi Dr. Ronald Steiner kennenzulernen und die Perspektiven in Umkehrhaltungen auf den Kopf zu stellen. Der Workshop begann am warmen Freitag nachmittag in den Räumen des Unityoga mit OM, einem Mantra und einführenden Sätzen warum man sich im Yoga in immer fortgeschrittenere Asanas “brezelt” und um das Thema Ziele. Beim Yoga geht es um Mut, und darum sich erreichbare Ziele zu setzen, die man durch abhyasa und vairaghya schaffen kann um sich selber weiter zu bringen und für den Alltag in Balance zu bringen.

Die Asanapraxis begann mit einer sanften Runde Sonnengrüße und steigerte sich langsam. Ronald leitete gut an und im Asanaworkshop, der relativ harmlos startete, gingen wir dann mit Hilfe von Partnern in verschiedene Vorübungen zum Hand- und Kopfstand. Die Asanas wurden langsam fortgeschrittener und das Leuchten in den Augen besonders der männlichen Ashtangis immer größer. Irgendwann wurden dann aber die “leichten” Übungen so unerreichbar, dass Anja und ich langsam ausstiegen. Kurz vor der Pause kamen dann noch ein paar Übungen zum “Dreisprung”-Vinyasa, wie man vom herabschauenden Hund zum Sitzen und wieder zum Stehen kommt. Nach dem fordernden Asanaworkshop und der Pause ging es dann noch eine Stunde um Fragen, sowie Anmerkungen zur eigenen Disziplin und die festgelegten Serien.

Ich bin ein wenig zwiespältig aus dem Workshop rausgegangen. Auf der einen Seite habe ich fast keine Ashtangaerfahrung, d.h. ich kenne die Ashtanga-Sonnengrüße, weiß, dass es mehrere Serien gibt und immer festgelegte Abfolgen, aber ich habe noch nie eine reine Ashtangapraxis mitgemacht. Ich bin sehr neugierig und voller Erwartungen in den Workshop reingegangen, habe auch viel davon mitgenommen, aber mir persönlich fehlten dann noch ein paar mehr Tricks und Hinweise wie ich in bestimmte Asanas reinkomme. Um das Thema Bandhas ging es erst ganz zum Schluss, das hätte ich mir mehr am Anfang oder Zwischendurch gewünscht. Die Gruppe war natürlich sehr groß und die Levels sehr unterschiedlich (ich gehe mal davon aus, dass keine Anfänger dort waren, aber ein bestimmtes Level war auch nicht ausgeschrieben). Ashtanga Yoga fasziniert und schreckt mich gleichermassen ab. Ich bin beeindruckt von der Disziplin, die dahinter stecken kann (oder sollte)(nicht dass ich völlig undiszipliniert wäre, aber ein bisschen mehr wäre auch bei mir wünschenswert) und mir gefällt die Patanjaliausrichtung. Wovon ich persönlich keine Freundin bin, ist die Festgelegtheit und die immergleichen Abläufe. Manche Menschen scheinen aber genau das zu brauchen um nicht darüber nachzudenken.  Meistens braucht man ja genau das, was einem am schwersten fällt um weiter zu kommen. Was ich nicht gut fand, war ein gewisser abschätziger Seitenhieb in Richtung Vinyasa/Prana Flow Yogastile, die Mehrheit der Teilnehmer zu großem Gelächter brachte. Das fand ich leider echt respektlos. Zum Glück ist jeder Mensch anders und die Vielfalt groß. Dennoch habe ich viele Anregungen und Inspirationen aus dem Workshop mitgenommen und es wird sicher nicht mein letzter Ausflug in die Ashtanga-Richtung gewesen sein. Bis dahin freue ich mich über die guten Videos mit Ronald auf Yogaeasy und werde mir als Ziel setzen in den Handstand zu kommen. Mit Hilfe klappt es inzwischen gut und ich bin Ronald besonders über folgenden Tipp dankbar: Man muss das Gehirn überlisten und die Hände darauf trainieren als Füße zu funktionieren. Dafür sollte man über einen Zeitraum von 2 Monaten jeden Tag 5 mal über den Tag verteilt versuchen in den Handstand zu gehen. Mein Zwischenziel ist es, ohne Angst mit den Beinen hoch an die Wand zu kommen (im Unterarmstand klappt das), um dann irgendwann frei stehen zu können.

Welche Erfahrungen habt ihr mit Ashtanga Yoga & Umkehrhaltungen?

 

 

Eigentlich beginnt der Yogaweg jeden Tag aufs Neue. Ich bin in Gedanken noch häufig bei letztem Wochenende, als ich meine Yogalehrerprüfung abgelegt habe und kann es immer noch nicht wirklich glauben. Der Stoff der Yogalehrerprüfung war zwar sehr umfangreich, aber hat mir gezeigt, dass es nur ein Anstoß ist, sich tiefer mit vielen Aspekten des Yoga (und der Anatomie) zu beschäftigen. Es war wirklich gut, den Druck zu haben, ein paar Sachen wirklich in sich reinzupauken. In der Ausbildung haben sich die Themen durch häufiges Wiederholen tief festgesetzt, ich bin dankbar für diese solide Basis, auf die ich nun aufbauen möchte.

Das Prüfungswochenende war sehr intensiv, von Freitag bis Sonntag Mittag hatten wir insgesamt 9x45min. Yoga und jeder Prüfling hat wirklich eine tolle Stunde unterrichtet, jeder mit seiner Persönlichkeit.

Zum Zertifikat bekamen wir noch jeweils ein orangefarbenes Shivatuch, das unser Lehrer Werner auf seiner letzten Indienreise für uns gekauft und im Ganges gewaschen hat, sowie eine Mala-Perle und eine Yoga Balance Tasse. Die Zertifikatsübergabe war von Werner & Ulrike sehr schön gestaltet. Anschliessend ging es noch auf einen Sekt & eine Kleinigkeit zu essen. Wir sind uns sicher, dass sich die Wege nicht so weit verlaufen werden und planen schon regelmässige Yogatreffen und -stammtische in Marburg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von uns gab es noch eine Bildercollage mit Bildern der Ausbildung und andere lustige Geschenke an unserer Lehrer.

Meine nächsten Wochen werden yogareich, neben den Kursen in Frankenberg/Eder und Medebach werde ich im August noch Vertretungen in Marburg im Yoga Balance und im Haus der Ge(h)zeiten machen, also teilweise 3-5 Yogastunden in den nächsten beiden Wochen geben.

Auch in dem kleinen Ort im Burgwald, in dem ich wohne wollte ich mich jetzt langsam auf die Suche nach einem geeigneten Raum machen, und durch eine sehr nette Kundaliniyogabekanntschaft vor Ort werden wir uns am nächsten Mittwoch einen Raum bei mir um die Ecke anschauen. Ich bin gespannt und freue mich auf die Dinge, die noch so kommen werden.

Die nächste Fortbildung in Sachen Vinyasa Yoga für Oktober und November ist bereits gebucht, sowie ein Besuch auf der Frankfurter Inside Yoga Conference für den 28.10. Habe mir die Kurse mit Gabriela Bozic (Befreie deinen Geist) , den Kim Brüdern  (Martial Arts Yoga Training) und Frank Schuler (Atem und Vinyasa) gebucht und bin schon jetzt sehr gespannt. Vielleicht ergibt sich ja auch ein persönliches Treffen? Sag mir Bescheid wenn du auch da bist….

Heute war Yogalehrerprüfung. Um 10.00h sind wir pünktlich im Yoga Balance Studio zur schriftlichen Yogalehrerklausur angetreten. Wir, dass sind 9 von ursprünglich 13 Yogalehrerazubis (die anderen 3-4 werden vorrauss. im Dezember die Prüfung ablegen). Nach 4 intensiven Wochenenden des Lernens, Karteikartenschreibens & Sanskritvokabelnpaukens ging es dann in die 4stündige schriftliche Prüfung. Insgesamt 60 Fragen aus den Bereichen Philosophie, Didaktik, Anatomie und Yogatherapie erwarteten uns, davon mussten 60% richtig beantwortet werden. Gerade die Anatomiefragen waren nicht ganz ohne, was sogar die Physiotherapeutin meinte. Ich konnte über 90% recht gut beantworten, nur bei wenigen Fragen stand ich echt auch dem Schlauch. Auch die Sanskritvokabeln flossen….

Nach der Mittagspause in der Sonne, in der wir die Prüfungsfragen mit unserem Lehrer diskutierten, ging es dann am Nachmittag für 2 Prüflinge in die praktische dreiviertelstündige Prüfung, ich war die Zweite. Die erste Stunde begann mit einer Mobilisation und dann recht anspruchsvollen Balancehaltungen, nach der Pause ging es dann in meinen Flow, eine Mittelstufenstunde, die als Peak Asana parivritta janu shirshansana hatte, unter Einsatz von Hilfsmitteln (Yogagurt, Block & Decke). Klappte alles gut, auch das Zeitmanagement. Ich hatte diese Dreiviertelstunde auch inzwischen  3 mal mit meinem Kurs im Fitnessstudio geübt (denen hängt dieser Flow inzwischen bestimmt zum Hals raus), so wie mehrmals zu Hause, einmal habe ich mich sogar selber mit iMovie auf Video aufgenommen. Anschliessend folgte das Einzelgespräch, das Feedback meines Lehrers und die gute Nachricht alles gut bestanden zu haben. Ich muss sagen, so schlimm war es im Endeffekt nicht, aber es hat schon eine enorme Vorbereitung und Lernphase gekostet. Zusammenhänge auf allen Ebenen wurde immer klarer, aber auch die Erkenntnis, dass die 500h Yogalehrerausbildung nur der erste große Schritt auf dem Yogaweg ist, dieses Wissen erst die “Spitze des Eisbergs”. Für mich ist klar, dass die Ausbildung und Weiterbildung auf allen Ebenen weiter geht. Und ich bin meinem Lehrer Werner so was von dankbar, dass er diese wunderbare Ausbildung angeboten hat und mich auch ermutigt hat, diesen Weg zu gehen. Eine der besten Entscheidungen meines Lebens! D- A – N – K – E!

Morgen & Sonntag geht es mit den praktischen Prüfungen weiter, es wird ein intensives Yogawochenenende.

Auf der einen Seite bin ich glücklich & erleichtert es (gut) geschafft zu haben, aber auf der anderen Seite bin ich sehr traurig, dass die Ausbildung in dieser tollen Gruppe zu Ende ist (aber wir planen einen regelmäßigen Yogalehrerstammtisch in Marburg). Danke auch an alle Mit-Yogalehrerazubis, ich werde die tollen Wochenenden mit euch vermissen!

Der Yogalinus-Blog geht natürlich weiter, ich bleibe ja trotzdem weiterhin Schülerin 🙂

Beim Lernen auf die Yogalehrerprüfung irgendwo verloren zwischen Tantrismus, Definitionen, Wirbelsäulen, Koshas, Anatomie, Asanas…. Puh, der Stoff ist ganz schön umfangreich und ich schwanke stündlich zwischen “Man, ich hab echt viel gelernt in den letzten 2 Jahren!” und “Oh verdammt, ich kann mir NICHTS merken”. Letztes überwog gestern. Auf der Arbeit während der Woche ist momentan die Hölle los und das umschalten auf “ich muss mich jetzt auf meinen Lernstoff konzentrieren” ging an diesem Lernsamstag fast in die Hose. Aber es gibt ja zum Glück verschiedene Medien, so dass ich dann den kühlen Sommernachmittag zusammengekuschelt mit der DVD “Yoga unveiled” verbracht habe. War auch Lernen, zumal wir Ausschnitte aus der DVD auch an einem Ausbildungsnachmittag gesehen hatten. Alles nochmal konzentriert über die geschichtliche Entwicklung, Philosophie & die großen Meister in schönen Bildern und exzellenten Kommentaren durch u.a. Georg Feuerstein. Anschliessend zu Feuerwerks großem Druck-Werk gegriffen, ein wenig darin geschmökert….

Meine neueste Errungenschaft für meine Homepractice (gibt es dafür auch ein adäquates deutsches Wort?) ist ein Abo bei Yogaeasy. Die Auswahl der Lehrer, Stile und Themen ist einfach großartig & ich finde es noch sehr viel einfacher als eine DVD einzulegen, wenn man einen Laptop (& WLAN) hat, den man vor seiner Matte platzieren kann. Klappt bei mir sogar auf der Terrasse draussen. Danke für die Inspirationen, Yogaeasy!

Ein weiteres Thema, welches mich an diesem Wochenende beschäftigt ist Transformation und Glück. Durch die Yogalehrerausbildung hab ich mich definitiv weiterentwickelt und tue es durch Yoga (damit meine ich nicht (nur) die Asanapraxis) jeden Tag. Yoga bedeutet Transformation, ständige Weiterentwicklung, hinterfragen von dem was ist und daran wachsen um in Balance und Harmonie mit sich selber & seiner Umwelt zu Leben. Besonders auch das Loslösen von Dingen und das sich unabhängig machen von äusseren Umständen bringt uns näher zum eigenen Glück, was man wiederum ausstrahlt, wenn es da ist. Yoga berührt alle Schichten des menschlichen Körpers, in der spirituellen Anatomie sind es die Koshas, die Körperhüllen, über die schon zu vedischen Zeiten berichtet wurde.

Yoga berührt & trainiert den physischen Körper (Annamaya Kosha), der  aus Muskeln, Knochen, Bändern, Sehnen etc. besteht, unsere äussere Hülle. Dies ist am offensichtlichsten & von der Wissenschaft anerkannt.

Yoga berührt und schult den Energiekörper (Pranamaya Kosha), das Herz-Kreislaufsystem, den Atem, den Stoffwechsel. Atemlenkung und Harmonisierung des Hormonsystems sind unbestrittene Beispiele. Auf feinstofflicher Ebene sind es im Hatha Yoga die Nadis, die Prana (Lebensenergie) transportieren.

Yoga nimmt Einfluss auf den Mentalkörper (Manomaya Kosha), unseren Geist mit seinen Empfindungen, Gefühlen, Erinnerungen und Sinneseindrücken. Yoga kann z.B. helfen eine andere Perspektive auf Dinge zu kommen.

Yoga beeinflusst den Unterscheidungskörper (Vijnanamaya Kosha), den Körper der Weisheit, die Intelligenz, Fähigkeit zu analysieren, unterscheiden und zu reflektieren.

Durch Yoga finden wir zu unserem Glückseeligkeitskörper (Anandamaya Kosha), die innerste Hülle und Bewusstseinsebene, die die Essenz der individuellen Seele (Atman) birgt. Wenn man durch die Yogapraxis von Kleshas (Hindernisse) und Samskaras (Konditionierungen und Gewohnheiten) frei ist, und mit sich und der Welt im Reinen ist, kann man Glückseeligkeit erleben.

Das Bild der Koshas wird schon in den Upanishaden genannt. Die Hüllen sind miteinander durch die Chakren (Energieknotenpunkte) verbunden.

Durch Yoga & Meditation eröffnet sich eine neue Weltsicht, die ich immer wieder neu erlebe. Disziplin und Hingabe gehört definitiv dazu, und jeder Tag ist anders als der nächste. Es ist das selbständige Entscheiden und Handeln, das das Leben und besonders das glückliche Leben ausmacht.

Dazu ein Zitat aus dem Interview mit Carlos Pomeda über die Bhagavad Gita aus der aktuellen Yoga aktuell (Nr. 74, Juni/Juli, Ausgabe 3/2012, S. 82), was mich gestern beim Lesen sehr berührt hat:

“In der Gita  wendet sich Arjuna mit seinen Sorgen an Krshna. Dieser antwortet nicht auf direkte Weise, sondern hilft Arjuna, sein Bewusstsein auf eine  Perspektive zu erheben, von der aus er selbst entscheiden kann. Dies ist eine schöne Metapher für den spirituellen Weg. Es geht nicht darum, blind den Anweisungen von jemand anderem zu folgen, sondern darum, die Wahrheit in sich selber zu finden und eine tiefe Bewusstheit zu finden, zu der wir alle gelangen können. Darin liegt für mich die Kernaussage, die wichtigste Lehre der Gita.”

In 5 Wochen steht nach 500 Unterrichtseinheiten meine Yogalehrerprüfung an. Das letzte Ausbildungswochenende haben wir alle schon fast wehmütig letztes Wochenende gehabt und jetzt geht es in den Lern-Endspurt, denn um meinen Lehrer zu zitieren: “Das ist keine Ponyhofausbildung”.

Am 1. Augustwochenende erwartet uns ersteinmal eine 4 std. Klausur mit ca 50 Prüfungsfragen (kein Multiple choice). Die Fragen kommen aus allen Yogabereichen: Asanas, Anatomie, Geschichte, Philosophie,… Also ich muss u.a. wissen, was es mit einem Hüftgelenk auf sich hat und warum Krishnamacharya so wichtig für den modernen Hatha Yoga war. Natürlich auch, was Patanjali von sich gegeben hat, was die Koshas sind, die spirituelle Anatomie des Hatha Yoga, Asananamen auf Sanskrit und was z.B. Twists bewirken und welche Zielgruppe Twists eher vermeiden sollte. Dies ist nur eine kleine Auswahl.

Die nächsten Juliwochenenenden einschliesslich diesem habe ich mir daher zum Lernen vorgenommen, da ich unter der Woche neben meinem normalen Job & 2 Yogakursen, die ich derzeit unterrichte, zeit- und konzentrationsmässig nicht dazu komme.

Ich bin sehr sehr dankbar, dass ich schon so früh die Chance bekomme habe, einen regelmässigen Yogakurs zu geben und in Medebach unterrichte ich jetzt einen 2. Anfängerkurs, nach einem Schnupperkurs mit 5 festen Terminen. Der aktuelle Yogasommerkurs hat 7 Teilnehmer zwischen 8 & 60+ und ist auch wieder eine neue Erfahrung, die viel Freude macht. Zwischenzeitlich habe ich auch noch einen Workshop mit dem Thema Yoga & Laufen gegeben, ein paar Yogastunden im Haus der Ge(h)zeiten und im Yoga Balance vertreten. Also ich bin wirklich froh über diese vielfältige Unterrichtserfahrung, schon vor Abschluss meiner Ausbildung, was mir besonders für den 45 min. Praxisteil der Prüfung hilft. Das Thema für die praktische Prüfung mit freier Themenwahl haben wir letztes Wochenende schon mit unserem Lehrer besprochen und ich habe mein schriftliches Konzept schon abgegeben. Es wird eine Mittelstufen-Flow-Stunde mit Parivritta Janu Sirshasana als “Peak Pose”. Wichtig für die Vorbereitung dieser Asana sind Hüftöffnungen, Vorbeugen, Twists und Flankendehnung.

Ein weiteres wichtiges Thema, welches sich durch meine Ausbildungszeit zieht, sind die Begriffe abhyasa und vairagya aus den Yogasutras des Patanjali, Kapitel 1.12:

abhyasa vairagya abhyam tan nirodha

अभ्यासवैराग्याभ्यां तन्निरोधः

“Durch Üben und durch die Fähigkeit Loszulassen kann unser Geist den Zustand von Yoga erreichen” (Über Freiheit und Meditation, T.K.V. Desikachar, 2003, S. 29ff.).

Wichtig ist regelmässiges Üben und die Beharrlichkeit dran zu bleiben, auch wenn man mal keine Lust hat. Eine gewisse Disziplin ist wichtig, aber hier darf man den schmalen Grat zwischen dem was Gut tut und übereifrigem perfektionistischem Streben nicht überschreiten. Zu viel Ehrgeiz kann zu Verspannungen oder Verletzungen führen, wichtig ist, die Waage zu halten zwischen beharrlichem Üben und Gelassenheit. Vairagya bedeutet auch Wunschlosigkeit, daher ist es wichtig keine Erwartungen an sich selber zu stellen, sondern die Asana (oder im übertragenen Sinne was auch immer) immer wieder neu zu erleben, sich aus alten Mustern zu lösen.

Heutzutage kommt dem Loslassen, der Gelassenheit und der Wunschlosigkeit gerade im Alltag kaum Beachtung zu, die vor allem stressbedingten Folgen hören und lesen wir fast täglich in den Medien. Durch (Hatha) Yoga versuchen wir im innen und äusseren Balance zu erreichen. Meine Yogalehrer in der Ausbildung haben uns von Anfang an zu täglicher Praxis aufgefordert und ermutigt:

sa tu dirghakala nairantarya satkara adara asevito dridhabhumih ||14||

स तु दीर्घकाल नैरन्तर्य सत्कारादरासेवितो दृढभूमिः ॥१४॥

“Eine Übungspraxis wird nur dann Erfolge zeigen, wenn wir sie über einen langen Zeitraum ohne Unterbrechungen beibehalten, wenn sie von Vertrauen in den Weg und von einem Interesse, das aus unserem Inneren erwächst, getragen ist.” (Über Freiheit und Meditation, T.K.V. Desikachar, 2003, S. 31.).

In diesem Sinne widme ich mich jetzt dem Lernen und wünsche euch ein schönes Wochenende!

 

 

Etwas spät dran für die Blogparade möchte ich dem Aufruf trotzdem noch folgen und meinen Senf zu Yogasterns Fragen geben. Besser spät als nie.
Mein Mai war wieder recht turbulent: ich habe ich auf mehreren Hochzeiten getanzt, einen Yogaanfängerkurs gestartet und einen Vortrag über Yoga im Religionsunterricht einer 9. Klasse in einer Realschule gehalten…
Nun zu den Fragen:
  • Welchen Yogastil praktizierst du und warum?

Ich finde die Beantwortung des Yogastils immer etwas kniffelig, weil ich mich nicht gern in Schubladen stecken lasse. Ich praktiziere Hatha Yoga, aber mit unterschiedlichen Einflüssen: Sivananda, Iyengar, Vinyasa/Ashtanga/Power Yoga. Meinen Stil würde ich als einen Mix bezeichnen, der eher in die Flow Yoga Richtung geht, was aber auch ein recht schwammiger Begriff ist. Vinyasa/Power Yoga ist mir häufig zu schnell & heftig, Sivananda zu spirituell, Iyengar zu langsam und technisch. Ich mag fliessende Bewegungsabfolgen, manche Asanas aber auch mal länger gehalten. Für mich macht es die Mischung. Mal dynamisch, mal meditativ.

  • Was gehört zu deiner täglichen Yogapraxis (Asana, Pranayama, Meditation, etc.)?

Ich versuche vor der Arbeit 10min. zu meditieren und abends Pranayama & Asanas sowie Entspannung zu praktizieren. Klappt nicht jeden Tag, und jetzt wo ich 2 Yogakurse die Woche abends nach der Arbeit unterrichte, merke ich schon, dass meine eigene Praxis etwas kürzer tritt. Aber das Unterrichten und die Beschäftigung mit der Materie wirken ausgleichend.

  • Welchen Einfluss hat Yoga auf deine Gesundheit?

Ich würde jetzt gern behaupten, dass ich mich nie besser gefühlt habe, aber gerade dieses Jahr habe ich regelmässig mit Erkältungen & einer fiesen Schulter-/Nackenverspannung zu tun, wobei vieles sicher auch auf meinen stressigen Job zurückzuführen ist. Ansonsten war ich vor diesem Jahr wirklich lange nicht krank und habe an sich auch wenig Rückenbeschwerden set ich regelmässig Yoga und Sport betreibe. Ich habe da noch Hoffnung. Muster erkennen & sich von Ihnen lösen, die Schultern locker lassen….

  • Hast du deine Ernährung umgestellt seitdem du Yoga machst?

Nicht großartig, da ich seit über 15 Jahren fast vegetarisch lebe. Aber ich achte verstärkt auf gesunde & vollwertige Ernährung, sowie beim Einkauf auf Bio & Fairtrade.

  • Wie wirkt sich Yoga auf deine Energie aus?

Das kann ich mit fantastisch beantworten. Ich bin in vielem schon gelassener geworden (oder liegts am Alter?). Nach dem Yoga fühle ich mich meist sehr erfrischt & voller neuer Kraft. Ich kann es nur weiterempfehlen …

 

Meine Woche Frühjahrsurlaub wurde mit einem ca. 5 Std. Adjustment Workshop im Barfusstempel bei Lars in Kassel eingeläutet. In meiner Ausbildung sind Korrekturen und Adjustments (die Übenden tiefer in die Asanas hineinbringen) immer wieder Thema, im Vinyasa Yoga stehen sie noch mehr im Vordergrund und können sehr körpernah sein. Für den angehenden Yogalehrer sind solche Workshops dann ein willkommener Spielplatz um bereits Gelerntes zu wiederholen und zu vertiefen sowie neue Gedanken und Ideen aufzuschnappen und mit zu nehmen. Jeder Lehrer bringt auch immer wieder neue Aspekte mit sich, was ich wahnsinnig spannend finde. Nach einem knackigen Aufwärmprogramm mit Sonnengrüßen und Variationen (ich hatte fast vergessen wie anstrengend Vinyasa Yoga sein kann), ging es dann im ersten Teil um stehende Asanas, später um Vor- und Rückbeugen. Wir sind die Asanas nacheinander durchgegangen, erst von Lars vorgestellt, dann in 2-3er Grüppchen ausprobiert. Gerade in Workshops geht man wieder mit einem anderen Aspekt an die Asanas dran, erinnert sich an Einzelheiten und lernt neue dazu. Ich habe recht viel mitgenommen aus diesem lehrreichen Workshop, nicht nur, was die praktischen Adjustments angeht, sondern besonders auch noch einmal Details in den einzelnen Asanas.

Was ich aber immer wieder feststelle: 3 Yogalehrer = 4 Meinungen. Unterschiedliche Yogastile und Yogalehrer leiten manche Übungen durchaus anders an. Was mein Yogaweltbild etwas erschütterte war, dass Lars uns darauf hinwies, in Rückbeugen, besonders auch in der Kobra (Bhujangasana), die Gesäßmuskeln locker zu lassen (dafür die Beinmuskeln anzuspannen), hatte ich doch gelernt, den Po anzuspannen um den unteren Rücken zu schützen. In verschiedenen Büchern nachgeschlagen, kommt man hier auch auf unterschiedliche Ergebnisse: Inge Schöpps sagt Po loslassen, Iyengar & mein Lehrer Werner sagen anspannen, Anna Trökes enthält sich… Ich finde es sehr spannend wie facettenreich Yoga ist und auch, dass man sich so unterschiedlich ausprobieren kann. Die Wahrheit, die für einen selber gilt, ist in einem selber angelegt und wartet nur darauf erforscht zu werden durch Yoga. Die Menschen sind nicht nur anatomisch unterschiedlich, daher bin ich der Meinung, dass auch im Yogaunterricht nicht pauschalisiert werden darf. Es geht darum sich selber kennenzulernen & zu finden, Gleichgewicht, inneren Frieden oder Befreiung zu erreichen, aber man muss den Weg selber gehen.

 

P.S. Nach dem Workshop und einem ordentlichen Yoga- und Sportprogramm diese Woche + Fensterputzen habe ich einen riesigen Muskelkater!

Fit in den Frühling startete ich einen Yogaworkshop am vorletzten Samstag in meinem Fitnessstudio. Der Yogaworkshop war hauptsächlich für Yoganeulinge konzipiert, aber auch ein paar meiner regelmässigen Teilnehmer freuten sich auf eine Yogastunde ausser der Reihe. Im Vorfeld wurde der Workshop mit Bericht im Fitnessstudio-Newsletter und mit Plakaten gut beworben, so dass sich nach nicht mal einer Woche Werbung die Teilnehmerliste enorm gefüllt hatte!

Es waren dann über 30 Leute angemeldet und auch trotz des wirklich sehr guten Frühlingswetters sind kaum Leute abgesprungen. Nach ein paar einleitendenen Worten, was Yoga ist und wofür es gut ist, ging es dann in die Flowpraxis und der Sonnengruß wurde mit Vorübungen langsam aufgebaut. Der Workshop hat riesig Spaß gemacht, und lief auch mit 30 Teilnehmern wirklich gut. Ich hatte vorher noch nie eine so große Gruppe unterrichtet.

Am letzten Dienstag waren dann auch ein paar mehr neue Teilnehmer mit im regelmässigen Kurs.

Und einen neuen Workshoptermin im Fitnessstudio, voraussichtlich im Mai, habe ich heute auf den Weg gebracht.

Für meine Kollegen habe ich vor ein paar Wochen nach Arbeit ein Yogastunde im Büro gegeben und sie haben mich gefragt ob ich nicht einen regelmässigen Kurs geben könnte. Dieser wird jetzt voraussichtlich Anfang Mai starten, ersteinmal mit 5 Terminen zum Schnuppern. Mal schauen, wie viele Kollegen sich fest anmelden (man bekommt ja nie alle unter einen Hut). Daher habe ich jetzt auch noch externe Werbung in Angriff genommen, so dass der Kurs mit einer Mindestteilnehmerzahl von 5 Personen zum Sonderschnupperpreis hoffentlich stattfinden wird. Wenn genügend Interesse besteht, plane ich, den Kurs dann mit weiteren 10 Terminen zu einem fortlaufenden Kurs zu machen.

Infos zum Yogaschnupperkurs in Medebach findet man hier.

Mit neuem Outfit der Facebook-Fan-Seiten habe ich noch meine offizielle Facebookseite etwas aufgemöbelt, die regelmäßig mit Infos und Terminen gefüttert werden soll. Freue mich riesig über jedes “gefällt mir” 🙂

Heute ist Weltyogatag und ich war dabei! Dieser Charity-Yogatag findet seit 6 Jahren weltweit statt, Yogalehrer geben Stunden auf Spendenbasis und die Spenden werden dann für Menschenrechtsprojekte eingesetzt. Eine tolle Aktion und ich bin wirklich froh, dass es bei mir doch noch spontan mit der Teilnahme geklappt hat. Die  Yogalehrer der VHS Waldeck-Frankenberg haben alle Yogabegeisterten und -interessierten für insgesamt 3 unterschiedliche Yogastunden eingeladen, 2 Mittelstufenkurse und ein Anfängerkurs. Ich habe am Mittelstufenkurs bei Nellie Kleinewillinghöfer teilgenommen, die eine andere verhinderte Yogalehrerin vertrat. Bei Nellie hatte ich vor einiger Zeit auch schon einmal einen VHS-Mittelstufenkurs mitgemacht und wusste, dass mich eine klassische Sivananda-Stunde mit Rishikeshreihe erwartet, sowie eine sehr angenehme Schlussentspannung. Das Level war definitiv fortgeschrittene Mittelstufe. Fordernde Pranayamaübungen mit für meinen Geschmack fast zu lange Kumbakha (Atemhalte)-Phasen, aber von Nelli habe ich bereits im VHS-Kurs richtig viel in Sachen Pranayama gelernt. Asanas dann natürlich u.a. mit Kopfstand, Schulterstand, Pflug, Rad und Krähe. Mir hat die Stunde gut getan und ich geniesse es auch mal an einem Kurs teilzunehmen. Die Spende geht dieses Jahr an Reporter ohne Grenzen.

Ein interessantes Interview mit der Initiatorin des World Yoga Day, Samira Radsi, findet man übrigens hier.

Hab ihr auch am Weltyogatag teilgenommen? Wie sind eure Erfahrungen?

Seit über eineinhalb Jahren läuft nun schon meine Yogalehrerausbildung und besonders die Reise nach Lanzarote hat uns als Gruppe noch mehr zusammengeschweißt. Seit einem Jahr unterrichte ich bereits den festen Kurs im Fitnessstudio, ein Ankerpunkt für mich in meiner sonst sehr stressigen Arbeitswoche. Seit letzter Woche vertrete ich jetzt auch einen Kurs im Yoga Balance Studio, wo ich meine Ausbildung mache, für einen Monat. Die Ausbildung sollte schon abgeschlossen sein, wenn wir nicht um 100 Std. erhöht hätten. Auf der einen Seite habe ich schon unglaublich viel gelernt, auf der anderen Seite erkenne ich immer mehr, dass Yoga so umfassend ist, dass das Lernen nie aufhört. Vor 2 Wochen beim letzten Ausbildungswochenende haben wir die Prüfungssituation simuliert und in 2 Std. 25 Fragen gelöst unter Zuhilfenahme der Skripte. Über 3/4 der Ausbildung haben wir schon absolviert und ich sehe dem Ende der Ausbildung schon fast etwas traurig entgegen, da es wirklich schöne, intensive und lehrreiche Wochenenden mit netten Mitschülern & Lehrern sind.
Mit unserer Truppe treffen wir uns jetzt auch alle 3-4 Wochen um Praxis (vor allem Unterrichten) und Theorie zu lernen. Der erste Lerntermin war schon recht erfolgreich, der nächste steht in der kommenden Woche an.
Den Zauber der Reise nach Lanzarote habe ich im Herzen mitgenommen, auch wenn die 1,5 Monate nach der Reise wieder sehr stressig im Büro wurden. Da ich nach wie vor viel Zeit auf der Matte mit Unterrichten oder zu eigenem Vergnügen verbringe, bleibt wie immer wenig Zeit zum bloggen.
Yoga macht definitiv etwas mit einem und ich spüre die Veränderung. Diana hat vor kurzem darüber berichtet und an Weihnachten habe ich auch das kurzweilige Buch von Susanne Fröhlich gelesen, das auch dieses Thema anschneidet. Das Buch ist amüsant, mit einem etwas oberflächlichen Blick auf Yoga, aber gar nicht schlecht recherchiert und erfrischend, so dass man selbst als Yogalehrer über einiges Schmunzeln kann. Bleibt zu hoffen, dass dies für einige ein Einstieg in eine schöne neue Yogawelt ist.

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