Mit meiner Yogalehrerausbildungsgruppe ging es jetzt auf Reise aus dem tristen & winterlichen Deutschland auf die sommerlich warme Insel Lanzarote. Wir haben bisher unwahrscheinliches Glück mit dem Wetter & auch die Gruppe hat sich zu einer tollen Reisegruppe entwickelt.

Ursprünglich war geplant, das die Abschlussprüfung auf Lanzarote stattfindet, aber diese wurde durch die Erhöhung um 100 Stunden in den August verschoben & alle sind froh sich etwas mehr entspannen zu können & mehr Zeit zum Lernen zu haben. Wir haben jeweils morgens und abends 1,5 Std. Yoga, und jeder Yogalehrerausbildungsschüler hat eine Dreiviertelstunde Yogaunterricht vorbereitet, so dass wir die Stunden sehr unterschiedlich gestaltet haben & viel voneinander Lernen. Und es ist wirklich enorm zu sehen, wie sich jeder einzelne entwickelt hat. Es hat viel Vorbereitung und auch Nerven gekostet, aber wirklich jeder hat eine super Stunde gehalten. Alle sind glücklich, dass die Lehrproben jetzt für den Urlaub vorbei sind & wir jetzt noch mehr den Aufenthalt geniessen können.

Untergebracht sind wir in den wunderschönen Apartments von Lotus del Mar in Mala, im Norden der Insel. Die Anlage ist wirklich unglaublich schön mit enorm viel Liebe zum Detail eingerichtet & der Blick aus dem Yogaraum ist einfach herrlich.

Nach der morgendlichen Yogastunde bereiten wir zusammen in einem der größeren Apartments das gemeinsame Frühstück vor & anschliessend ist freie Zeit bis zur Yogastunde am frühen Abend. 2 Nachmittage haben wir schon bei viel Sonnenschein am Sandstrand von Famara verbracht & auch im Meer gebadet. Einen weiteren Nachmittag habe ich mich dann auf der Terrasse des schönen Apartments auf die Lehrprobe am Abend vorbereitet. Abends gehen wir entweder gemeinsam essen oder kochen zusammen, was mit enorm viel Teamwork, richtig guten Gesprächen& viel Spaß einen wunderbaren Yogaurlaub ausmacht.

Neben Stunden bei unseren Lehrern Werner, Michael & Nadine haben wir auch eine schöne meditative Stunde von Maria unterrichtet bekommen, mit Nada Yoga & einigen Flows aus dem Tri Yoga.

Es bleiben noch ein paar Tage, die wir bei hoffentlich weiterhin herrlichem Wetter hier verbringen dürfen & wir planen schon die nächsten Yogafotosessions am Strand – so wie heute…

Tatatata: Hier meine neue Yogaplaylist für die nächsten beiden Yogastunden:

Gerade in der ziemlich unbesinnlichen Weihnachtszeit verfallen wir gern dem Konsumrausch, kaufen schöne und nicht so schöne Geschenke für die Lieben oder geraten nur bei dem Gedanken an die noch ungekauften Geschenke in Hektik und Panik. Wunderbar ist es, wenn Geschenke von Herzen kommen, doch gerade zu Weihnachten kaufen wir häufig auch aus Ideenlosigkeit oder aus Prestigegründen Geschenke, weil es zu Weihnachten Geschenke geben muss. Und ja, auch ich ertappe mich dabei, gerade bei den Yamas (Nach Patanjalis Yoga Sutras Regeln zum Umgang mit seiner Umwelt) Bachmacharya (Maßhalten) und Aparigraha (Nicht Horten),  nicht yogisch Maß zu halten und ständig tolle neue Sachen anzuhäufen. Wobei man meiner Meinung nach die Yoga Sutras auch nicht als dogmatisch in Stein gehauene Regeln befolgen muss. Aber Yoga ist ein Weg um aus alten Mustern auszubrechen um glücklicher zu werden. Und man kann sich einmal Gedanken darüber machen. Diese Selbstreflektion ist schon ein guter erster Schritt. Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Ich muss zugeben, ich kaufe gern schöne Dinge und kann mich auch schwer von Dingen trennen. Gerade auch auf dem bunten großen Yogamarkt gibt es ständig neue tolle glitzernde Dinge, die man als Yogi einfach haben muss, wobei genau dies eigentlich der Yogaphilosophie widerspricht. Es spricht sicherlich nichts dagegen sich hier und da einmal was zu gönnen oder sich beschenken zu lassen, aber wir (ich) sollten uns Gedanken um unseren Konsum machen. Brauche ich Ding XYZ wirklich? Wie wurde es produziert (Stichworte Bio und vor allen Dingen Fair)?

Und bevor man Neues kauft sollte man im Idealfall das bereits Gejagte und zu Hause ordentlich gehortete mal durchsortieren und sich durchaus Trennen (Stichwort Loslassen, Ballast abgeben). Ich gebe zu, dies fällt mir wirklich schwer, aber ich mache mir darüber Gedanken und möchte diese Themen in Angriff nehmen, wenn die Zeit dafür kommt.

Zurück zu den Weihnachtsgeschenken. Ich liebe es kreativ und von Herzen zu schenken, bin jetzt aber selber nicht so sehr bastelbegabt. Um mich herum habe ich viele, die alles haben, so dass ich am Liebsten immaterielle Geschenke verschenke. Letztes Jahr habe ich für meine Eltern einen Mikrokredit bei Kiva gespendet. Mein Mann hat eine Segwaytour in Marburg geschenkt bekommen, an der wir beide einen tollen sonnigen Vormittag lang wirklich Spaß hatten.

Auch bezogen auf die Asanapraxis ist es manchmal gar nicht schlecht einen Gang zurück zu schalten. Nicht immer höher und weiter hinaus zu wollen. Sondern in sich hinein zu hören. Zur Ruhe kommen. Das Annehmen was vorhanden ist. Weniger wollen wollen.

Nach meinem schönen Wochenendretreat packt mich doch schon wieder die Lust auf ein nächstes Yogaabenteuer.

Über meinen Blog wurde ich auch schon gefragt, wie ich auf die Workshops & Retreats komme, an denen ich bisher teilgenommen habe. Dies lässt sich mit teilweise Zufall und teilweise etwas Internetrecherche beantworten. Wenn man Yogawochenende, -retreat oder -urlaub in Google eingibt, wird man von einer schier unübersichtlichen Zahl an Treffern überwältigt. Interessiert man sich jetzt noch für einen bestimmten Yogastil, dann kann man die Suche etwas eingrenzen. Auch in den Yogazeitschriften Yoga Journal und Yoga aktuell gibt es unter der Anzeigenrubrik eine kleine Übersicht über Retreats, Workshops und Reisen.

Ansonsten kann man sich (etwas mühsamer) über die Internetseiten der einzelnen Yogaschulen durchklicken, ob diese so etwas anbieten, Newsletter abonnieren, oder über Facebook & Co über gewisse Events erfahren.

Meiner Meinung nach muten viele Anbieter von Yogareisen und -retreats recht esoterisch an, was nicht so mein Ding ist, schliesslich möchte ich ein Wochenende oder einen ganzen Urlaub lieber mit Yogis verbringen, die vielleicht ähnlich ticken wie ich selber.

Besonders positiv sticht meiner Meinung nach die Yogatraumreise aus dem großen Angebot hervor. Schöne Destinationen in ausgewählten Unterkünften, interessante Lehrer und eine tolle Transparenz durch den Blog und Gastbeiträge machen Lust auf eine Yogareise. Mit denen würde ich gern sofort verreisen.

Im Januar werde ich aber erst einmal mit meiner Yogalehrerausbildungsgruppe eine Woche auf Lanzarote verbringen, wo wir uns langsam auf die Prüfung im August vorbereiten werden.

Ein Traum wäre natürlich eine Yogareise nach Indien, würde mich sehr freuen, wenn die Yogatraumreise diese Destination vielleicht für 2013 wieder anbieten würde.

 

“Das Reisen führt uns zu uns zurück” (Albert Camus)

Foto: Brian Ross http://brianrossphotography.com/wp-content/uploads/2008/08/brianross001.jpg

Endlich habe ich etwas über 2 Wochen Urlaub am Stück, und dieser begann so was von Entschleunigt, dass ich selber völlig erstaunt darüber bin.

Seit einiger Zeit war ich zum Winterdream Yoga Retreat vom bekannten Yogastudio Lord Vishnus Couch angemeldet, was ich mt einer Reise in meine Unistadt Trier verband.

Ganz gelassen begann die Reise am Donnerstag zu meiner besten Freundin in Trier, Rotwein, nette Menschen, alte & neue Freunde trugen zu einem gelungen Abend bei. Freitag ein wenig Bummeln, Weihnachtsmarkt & Sushi, sowie veganen Kuchen in einem neuen Café probiert.

Am frühen Abend  war die etwas neblige Fahrt zum Gut Merteshof von Trier aus sehr kurz & die äusserst sympathischen Gastgeber nahmen mich in Empfang.

Der Freitag abend begann mit einer fliessenden Yogastunde mit Dulce & Mike, einem tollen Yogalehrerpärchen, schönen Flows und guten Adjustments. Da ich an keinem regelmäßigen Kurs teilnehme, ist es für mich ein regelrechter Luxus tolle neue Flows zu lernen & Adjustments zu bekommen, da man gerade dadurch so viel lernt. Besonders

schön war auch der Yogaraum mit einem großen Kamin.

Das Gut Merteshof ist ein wunderbarer Ort, wie es mir schien ein wenig Anthroposophisch angehaucht, mit einer unglaublichen guten vegetarischen Vollwertküche. Ich glaube, ich habe trotz intensivem Yoga & Spaziergängen zugenommen (vor allem aber an Wohlbefinden!).

Ein tolles Statement war meiner
Einziger Wermutstropfen waren die etwas unterkühlten Schlafzimmer im Haupthaus, aber Yoga, gute Gespräche & deliziöses Essen machten alles wett. Meiner Meinung nach auch das große Glas Nutella, das für uns neben den ganzen guten Demeterprodukten zur Verfügung stand.

Nach dem Abendessen ging es dann ans Singen. Mike, dem als Musiker besonders die Musik am Herzen liegt, erklärte warum man Mantren singt, was eine guter Einstieg war & alle den Gesang, begleitet durch Harmonium und Gitarre geniessen konnten. Singen (an sich egal was) hat eine sehr therapeutische Wirkung, besonders auf die Ausgeglichenheit, das Schlafen und hilft auch gut gegen Asthma, da man sehr lange ausatmet. Jedes Mantra erklärte Mike mit einer Geschichte aus der indischen Mythologie.

Das Programm am Samstag morgen begann um 8 Uhr mit den “triple twenty” – je 20 Minuten Singen, Pranyama und Meditation. Eine wirklich gelungene Mischung!

Nach Frühstück und etwas Freizeit war dann eine kraftvolle Yogastunde angesagt, die auch wieder wie im Flug verging, bevor es schon wieder Mittagessen gab, mit anschliessendem Verdauungsspaziergang.

Am frühen Abend ging es mit einer eher ruhig angekündigten Yogastunde doch nochmal zur Sache, besonders interessant waren die sogenannten “Garden of Delight”-Übungen, Asanas, die auf Akkupressurpunkte in den Füßen abzielen, die im ersten Moment schmerzhaft sind, dann aber doch einen angenehmen Effekt hinterlassen und toll war auch der Shiva Tanz Flow, bestehend aus Shivas Tanzhaltung, gegrätschter Squat mit Adlerarmen und Krieger 2. Zum Schluss wurde es sehr restorativ mit vielen Kissen und Decken.

Nach dem Abendessen trafen wir uns wieder zum Kirtan und fielen müde, aber glücklich in die (kalten) Betten.

Sonntag um 8h ging das Programm mit einer Yogastunde weiter, dia auch wieder schön von Dulce angeleitet wurde, die auch sehr viel auf das richtige Alignment hinwies und erklärte.

Nach Frühstück und Pause folgte eine Gehmeditation. Im Gegensatz zum gesprächigen Spaziergang am Vortag, gingen wir schweigend, achtsam und vor allem sehr langsam durch das windige Winterwetter. Dies war auch eine schöne neue Erfahrung, anschliessend ging es zu Shavasana in den warmen Yogaraum und Mike erzählte Göttergeschichten über Hanuman.

Leckeres Mittagessen (verdammt leckere Gemüselasagne!) und Abschiedskreis mit Singen rundeten das schöne und sehr intensive Programm ab.

Mein Fazit: Yogaretreats müssen nicht weit weg sein, solche Wochenenden sind unglaublich intensiv und man lernt eine Menge toller Menschen kennen. Ich habe wieder unglaublich viele neue Eindrücke mit nach Hause genommen, die ich auch in meiner Yogapraxis und meinem Unterricht einsetzen möchte. Ich wünsche mir weitere solcher Wochenenden & Inspirationen.

Meine Yogalehrerausbildung geht weiter, über  die  letzten Ausbildungswochenenden habe ich teilweise aus Zeitmangel nicht gebloggt, nehme mir aber immer mal wieder vor dies noch “aufzuarbeiten”, da ich dadurch gut Lernen kann.

Durch einen Druckfehler dachten ich & ein paar meiner Yogalehrerausbildungskommilitonen, dass das lange Wochenende schon am Donnerstag losgehen soll, so dass wir uns gestern um 10 Uhr gefragt haben wo die anderen bloß bleiben. Nach ein paar Telefonaten fanden wir dann raus, dass es doch erst am Freitag beginnt. Also sind wir noch einen Tee trinken gegangen & haben uns sehr gut unterhalten und uns dann doch über die geschenkte Zeit gefreut. Am Nachmittag habe ich dann nach einem guten Stündchen Yoga im Wohnzimmer und etwas Prokrastination doch noch ein paar meiner Yogahausaufgabenfragen beantwortet, bin aber noch nicht durch. Aber gut Ding will Weile haben.

Ich versuche die Dinge nicht überstürzen zu lassen, sondern gehe davon aus, dass einiges zur richtigen Zeit passieren wird.  Nach über einem Jahr Yogalehrerausbildung habe ich schon ganz schön viel gelernt, aber habe gerade in letzter Zeit auch das Gefühl etwas auf der Stelle zu treten und meine Yogaweisheiten und -erkenntnisse doch noch nicht gut genug besonders auf mein eigenes Berufsleben (Hektik & Stress ohne Ende) übertragen zu können. Gedanken übers “Aussteigen” kommen auf, aber für diesen Schritt bin ich noch nicht weit genug. Auf der einen Seite liebe ich diesen Job, also die Tätigkeit an sich und der Kontakt nach Skandinavien (um auch die Sprache nicht zu verlernen), aber auf der anderen Seite stehen ein schwieriger Chef & die sogenannte Jobverdichtung.

Was mich zur Zeit sehr erfüllt ist mein Yogakurs, den ich 1x die Woche gebe. Mir macht die Vorbereitung Spaß, das Teilen des Wissens und die glücklichen & entspannten Augen meiner Teilnehmer, von denen ich auch viel positives Feedback bekomme.

Daher freue ich mich auch auf jedes Ausbildungswochenende, an dem man viel lernt & sich auf einer bestimmten Ebene austauschen kann.

Ich bin sehr dankbar auf diesem Weg zu sein und Grüße in diesem Sinne meine Yogalehrermitschüler und wünsche allen ein schönes Wochenende mit Entspannungsinseln.

“Loslassen, immer wieder loslassen”…dieser Spruch hing auf der Toilette des alten Yoga Balance Studios in Marburg und es erfasst Yoga in wenigen aber prägnanten Worten. Und es ist die Schwierigkeit und die Kunst dabei. Jeden Tag aufs neue Loszulassen. In jeder Yogapraxis aufs neue Loszulassen. In jeder Asana – egal wie häufig man sie schon praktiziert hat – aufs neue Achtsam zu werden und…Loszulassen.

Gedanken, Gefühle, den Körper loslassen. “Yoga citta vritti nirodha” - Yoga ist das zur Ruhe kommen der Gedankenströme.

Der Weg ist das Ziel, täglich aufs Neue. Disziplin und Freude an der Sache gehört dazu. Yoga ist nicht immer einfach. Aus alten Mustern ausbrechen, ständig aufs Neue.

Eingen, denen ich erzähle, dass ich Yoga mache, sagen, dass sie es nicht könnten, sich entspannen, sich verknoten und auch noch dabei abschalten. Besonders das “Abschalten”, die Gedankenströme zur Ruhe bringen, ist das Schwierigste auf dem Yogaweg, aber auch das schönste Geschenk, wenn es funktioniert.

Foto: Philippe Jacquet

Viele Menschen fangen wegen zu viel Stress mit Yoga an. Ich gehöre zu diesen Menschen. Und Yoga gibt mir unglaublich viel. Daher verbringe ich mehr und mehr Zeit auf der Matte. Deswegen ist es hier etwas ruhiger geworden in den letzten 2 Monaten. Denn mein Hauptjob ist besonders im Sommer ziemlich stressig und dieses Jahr wurde der angekündigte Termin für die Katalogproduktion mal eben spontan um 2 Wochen vorverlegt, was mich besonders Ende September an meine Grenzen gebracht hat. Mitte September hatte ich endlich die erste (!) zusammenhängende Woche Urlaub in diesem Jahr, die natürlich viel zu schnell vorbei ging. Ein Tag Sauna & Wellness war drin für mich, und das sehr empfehlenswerte Aqua Healing.

Der Yogalehrerausbildungblock im September war auch wieder superinteressant & es ging um die Themen Didaktik (wie gehe ich mit bestimmten Situationen im Yogaunterricht und mit Schülern um) und um Yoga & Ernährung. Dieses Ausbildungwochenende fand in den neuen Räumen des Yoga Balance in Marburg statt, die wirklich richtig schön geworden sind & es gibt auch eine neue Homepage.

Zurück im Büro folgten 2 wirklich extreme Woche Katalogproduktion, die ich auch nur mit Hilfe von Yoga & Meditation, sowie der guten Pflege durch meinen großartigen Mann überstanden habe.

Zeitgleich ist das Thema Burnout groß in den Medien und Die Zeit titelt “Nein, wir können nicht mehr!”. Sehr interessante Gedanken zu dem System, der Welt und der Zeit in der wir leben.

Man macht sich schon Gedanken darüber aus diesem System auszusteigen oder zumindest die Work-Life-Balance in den Griff zu bekommen.

Dazu beglückwünsche ich meine Yogalehrerausbildungsmitschülerin Anja, die sich jetzt mit ihrem Haus der Gehzeiten einen Traum erfüllt hat und drücke ganz fest die Daumen, dass alle Angebote & Kurse gut angenommen werden! Und kann ihre Kurse nur wärmstens empfehlen!

Bei mir stehen jetzt im Herbst/Winter einige Workshops an, den Auftakt hat der Vormittagsworkshop von Werner zum Thema Umkehrhaltungen und Vorwärtsbeugen letzten Samstag gemacht und ich ich habe mich in den Skorpion (Vrschkasana) getraut. Der wird jetzt fleißig weitergeübt, wenn es klappt, verbringe ich fast täglich eine Stunde auf der Matte, und es tut sehr gut.

Auch im Büro ist es jetzt ruhiger geworden, und bald steht wieder Urlaub an.

Und am nächsten Samstag geht es zum Workshop nach Kassel, wieder zu Alex Harfield. Freue mich schon!

Am frühen Nachmittag ist doch heute tatsächlich die Sonne herausgekommen! Das musste ich direkt ausnutzen & die Matte auf dem neuen großen Holzdeck unter dem Sonnenschirm ausrollen. Heute morgen habe ich mir eine schöne neue Yogaplaylist zusammengestellt, also das Macbook mit raus & Musik angeworfen. Großartig! Die Yogastunde mit schönen Flows für nächsten Dienstag zu guter Musik geübt. Fühlt sich an wie Urlaub. Ich hoffe, das Wetter wird jetzt sommerlicher, damit ich etwas Urlaubsfeeling am Feierabend & Wochenende bekomme.

 

Einen interessanten Aufruf zu einer Blogparade hat Yogatraumreise.de gestartet und ich möchte das Thema hier gern aufgreifen & meine persönliche Meinung dazu kundtun.

Spiritualität ist ein sehr persönliches Thema, das man definitiv nicht pauschalisieren kann, viele Faktoren im eigenen Leben, der eigenen Erfahrung und auch Religiösität spielen eine Rolle.

Yoga ist keine Religion, aber eine Philosophie. Religion bedeutet “an etwas zu glauben”, Philosophie “über etwas nachzudenken”.

Aber was ist dann Spiritulität?

Spiritualität (von lat. spiritus ,Geist, Hauch‘ bzw. spiro ,ich atme‘ – wie altgr. ψύχω bzw. ψυχή, siehe Psyche) bedeutet im weitesten Sinne Geistigkeit und kann eine auf Geistiges aller Art oder im engeren Sinn auf Geistliches in spezifisch religiösem Sinn ausgerichtete Haltung meinen. Spiritualität im spezifisch religiösen Sinn steht dann auch immer für die Vorstellung einer geistigen Verbindung zum Transzendenten, dem Jenseits oder der Unendlichkeit.” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Spiritualit%C3%A4t )

Spiritualität spielt im Yoga definitiv eine Rolle, und das unterscheidet Yoga vom Sport.

Sehr persönlicher Natur ist dann ob man eher Spiritualität und Philosophie oder Spiritualität und Religiösität synonym setzt (wobei sich dieses auch überschneiden kann und nicht ausschliessen muss).

An anderen Stellen habe ich schon beschrieben, dass ich eher von der “sportlichen” Seite her auf Yoga gekommen bin. Jetzt durch die Yogalehrerausbildung wird die philosophische und auch spirituelle Seite immer wichtiger.

Bis vor kurzem habe ich versucht meine eigene Spiritualität und meinen Glauben vom Yoga zu trennen, da ich persönlich keine Freund des Eklektizismus bin & auch vielen esoterischen Strömungen extrem skeptisch gegenüberstehe. Dann zucke ich auch zurück, wenn “Chakren gechannelt” und “Heilung durch Engel” versprochen wird.

Yoga und auch Asatru leben durch eigene Erfahrungen. Wichtig ist mir, dass es keine Dogmen und keine Missionierung gibt. Ich bin in dieser Beziehung sehr freigeistig, aber auch akademisch.

Genau das versuche ich auch als angehende Yogalehrerin zu vermitteln: Alles kann, nichts muss.

Ich versuche mich auf wissenschaftlicher Seite der Theorie & Philosophie zu nähern, und auf persönlicher und spiritueller Ebene meine eigenen Erfahrungen zu machen, die aber für andere Menschen keine Allgemeingültigkeit besitzen.

Wichtig ist es als Person/Yogalehrer authentisch zu bleiben und in gewissem Maße ist man auch ein “Dienstleister”. Die meisten Yogaschüler kommen nicht wegen der spirituellen Seite zum Yoga, sondern wegen Rückenschmerzen, Stress oder weil Yoga gerade “hip” ist. Ich gebe eine Anleitung den Körper fitter zu machen, Stress zu reduzieren und biete Entspannung. Yoga wirkt ganzheitlich & wer dabei bleibt wird vielleicht auch für philosophische & spirituelle Themen sensibler. Dabei gebe ich die Richtung nicht vor, sondern jeder Einzelne muss seine eigenen Erfahrungen machen. Ich kann nur die “Werkzeuge” dazu bieten.

Auch ich mache selbst noch eigene Annäherungsversuche und Erfahrungen mit Mantren, Gesang und Mudras und der Yogaphilosphie (Patanjali). Das was mir gefällt & gut tut übernehme ich in meinen Unterricht. Dabei kommt es aber auch auf den äusseren Rahmen an. Ein Yogakurs im Fitnessstudio hat einen anderen Rahmen als eine Fortgeschrittengruppe im Yogastudio. Da ich einen offenen Kurs im Fitnessstudio unterrichte, spielen Elemente eine Rolle, manchmal kommt es auch darauf an, wer gerade da ist. Ich setzte Mudras ein und singe auch “OM” zum Abschluss jeder Klasse. Chakren & Philosophische Texte spielen derzeit in meinem Unterricht (noch) keine Rolle, das kann sich natürlich (mit meiner eigenen Erfahrung) auch noch ändern, hängt aber auch vom o.g. Rahmen ab. Derzeit bin ich dabei immer mehr Affirmationen zu lernen & in meinen Unterricht einzubauen, was auch sehr gut ankommt. Dies unterscheidet Yoga auch vom Sport.

Wichtig ist mir auch Transparenz und Wissen, ich erzähle den Teilnehmern gern wofür eine bestimmte Übung gut ist oder was etwas bestimmtes bedeutet (z.B. OM).

In der historischen Entwicklung haben sich der als Hauptrichtungen der “religöse Yoga” (Bhagavad Gita), der “klassisch-philosophische Yoga” (Patanjali) und der “Hatha Yoga” herausgebildet. Fliessende Übergänge und Überschneidungen machen Yoga aus. Wir sprechen hier über Hatha Yoga und seine Richtungen.

Ob es Yogastile  gibt die mehr oder weniger Spirituell sind kann man auch nicht pauschal beantworten. Vieles hängt vom Lehrer ab, von seinem Wissen, seinen Erfahrungen und Überzeugungen. Ich habe schon unterschiedlichste  Yogalehrer erlebt und möchte diese Erfahrungen nicht missen, da man unterschiedlichste Facetten im Yoga kennenlernt und ich hab von jedem etwas für mich mitgenommen, was mich in meiner Persönlichkeit weiterbringt und ich auch an meine Schüler weitergeben kann.

Mein Fazit: Es geht um persönliche Erfahrung, die jeder selber machen muss, wichtig ist, in Balance zu kommen & zu bleiben und immer sich selber treu und authentisch zu bleiben. Yoga ist dabei ein lebenslanger Weg und meiner Meinung nach lernt man nie aus. Einige Dinge muss man geschehen lassen, man darf nichts erzwingen, Loslassen hilft am Besten.

Yoga muss nicht spirituell sein, aber es kann, wann man es zulässt und sich darauf einlässt. Yoga “funktioniert” auch ohne den “spirituellen Überbau”, aber es macht einen mit der Zeit & Praxis feinfühliger für alle Bereiche. Yoga ist ein ganzheitliches Konzept, es geht um Einung, daher sollte man Geist & Seele nicht abgetrennt vom Körper betrachten.

Sei neugierig & offen! Lerne durch Yoga Achtsamkeit & Bewusstheit, höre in dich hinein, dann wird sich alles finden!